Vergleich

Profhilo, Skinbooster oder Polynukleotide: was ist besser für die Haut?

Drei Wege zu besserer Hautqualität – Feuchtigkeit, Bioremodellierung und regeneratives Signal – und warum keiner davon ein Filler ist.

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Keiner der drei ist pauschal besser: Ein Hyaluron-Skinbooster füllt das Wasserreservoir der Dermis auf und verbessert Textur und Glanz, Profhilo ist ein Hybridkomplex aus hoch- und niedermolekularer Hyaluronsäure, der sich von wenigen Punkten aus verteilt und auf die Festigkeit zielt, und Polynukleotide bzw. PDRN wirken als regeneratives Signal auf die Fibroblasten. In der Analyse von Dr. Thiago Perfeito entscheidet die Klage – glanzlose, trockene Haut, nachlassende Festigkeit oder dünne, krepige Haut – und keines der drei ersetzt Volumen oder Straffung.

Drei Kategorien, die oft in einen Topf geworfen werden

„Skinbooster“ ist keine Marke, sondern eine Kategorie. Gemeint sind injizierbare Hyaluronsäuren, flüssig oder nur leicht vernetzt, die in vielen Mikrodepots über die gesamte Fläche verteilt werden. Sie wirken lokal, ziehen Wasser in die Dermis und verbessern Spannkraft, Weichheit und Leuchtkraft. Bekannte Beispiele sind Restylane Skinboosters (Galderma) und SKINVIVE (Allergan Aesthetics, AbbVie). SKINVIVE ist der Skinbooster, den Dr. Thiago Perfeito in seiner Praxis in Brasília verwendet. Laut Hersteller hält die Wirkung bis zu neun Monate nach einer Sitzung, mit optionaler Auffrischung am 30. Tag; als Areale nennt der Hersteller Gesicht, Hals, Dekolleté und Hände.

Profhilo (IBSA) ist ein bestimmtes Produkt: ein stabilisierter Hybridkomplex aus Hyaluronsäure-Ketten mit hohem und niedrigem Molekulargewicht in derselben Spritze. Nach Angaben des Herstellers werden die Ketten durch ein thermisches Verfahren (NAHYCO) statt durch chemische Vernetzung mit BDDE stabilisiert. Das Konzept heißt Bioremodellierung: Die Ketten mit hohem Gewicht binden Wasser, die mit niedrigem Gewicht sollen die Fibroblasten zur Bildung von Kollagen und Elastin anregen. Profhilo ist darauf ausgelegt, sich von wenigen Injektionspunkten aus weit im Gewebe zu verteilen – daher das Schema mit fünf Punkten pro Gesichtsseite.

Polynukleotide (PN) und PDRN sind gereinigte DNA-Fragmente, heute überwiegend aus dem Sperma von Ketalachs oder Regenbogenforelle gewonnen – daher der Name „Lachs-DNA“. Eine Übersichtsarbeit (Marques C et al., Biomolecules, 2025) schlägt eine Grenze bei 1500 kDa vor: darunter PDRN, darüber PN. Längere Ketten binden mehr Wasser, bilden zähere Gele und werden langsamer abgebaut. Die Fragmente werden im Gewebe von körpereigenen Nukleasen zerlegt; die freigesetzten Nukleotide binden an den Adenosin-A2A-Rezeptor der Fibroblasten. Nichts gelangt in den Zellkern, nichts verändert das Erbgut. Die bekannteste Marke der Kategorie ist das koreanische Rejuran.

Alle drei sind etwas anderes als die Kollagen-Biostimulatoren Sculptra (PLLA) und Radiesse (CaHA), die über eine kontrollierte Gewebereaktion wirken und andere Indikationen haben.

Der Vergleich auf einen Blick

KriteriumHyaluron-SkinboosterProfhiloPolynukleotide / PDRN
MaterialFlüssige oder leicht vernetzte HyaluronsäureHybridkomplex aus hoch- und niedermolekularer HyaluronsäureGereinigte DNA-Fragmente (Lachs, Forelle)
HauptzielFeuchtigkeit, Textur, LeuchtkraftFestigkeit und Elastizität (Bioremodellierung)Hautqualität dünner, krepiger Haut; Narben und Heilung
TechnikViele Mikrodepots über die ganze FlächeWenige Punkte (fünf pro Gesichtsseite), breite VerteilungMikroinjektionen, oft mit feinen 30G- bis 34G-Nadeln
Typisches SchemaJe nach Präparat; SKINVIVE laut Hersteller eine Sitzung, optionale Auffrischung am 30. TagZwei Sitzungen im Abstand von etwa vier WochenZwei bis vier Sitzungen im Abstand von ein bis vier Wochen
Volumen?NeinNeinNein (PN-Gele mit hohem Gewicht nur minimal)
Bei Dr. Thiago PerfeitoJa (SKINVIVE)Nicht im SortimentJa (PDRN)

Dr. Thiago Perfeito steht in keiner geschäftlichen Beziehung zu irgendeinem Hersteller – weder zu IBSA, Galderma, Allergan Aesthetics (AbbVie) noch zu Herstellern von Polynukleotiden. Marken erscheinen hier als Beispiele ihrer Kategorie; die Ordnung folgt der Indikation.

Dr. Thiago Perfeito

Dr. Thiago Perfeito

Ästhetische und Regenerative Medizin · CRM-DF 23199

Arzt (CRM-DF 23199) mit über 10 Jahren Praxis in ästhetischer und regenerativer Medizin in Brasília. Master in Ästhetischer Medizin (Esneca, Spanien, 2024); internationale Fortbildung an der Harvard Medical School und der Mayo Clinic; Mitglied der ASLMS, A4M, AMS und NYAS. Sprechstunde auf Englisch oder Portugiesisch.

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Was die Studien zeigen

Für Polynukleotide ist die Datenlage in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Eine systematische Übersichtsarbeit (Lampridou S et al., J Cosmet Dermatol, 2025) fasste neun Studien mit insgesamt 219 behandelten Patientinnen und Patienten zusammen: Verbesserungen bei Falten, Textur, Elastizität, Feuchtigkeit und Leuchtkraft, die sich über Wochen bis Monate entwickeln, mit mäßiger bis hoher Zufriedenheit. Eine zweite systematische Übersicht, beschränkt auf randomisierte Studien (Alhussain AM et al., Cureus, 2026), umfasste sieben Studien mit 183 Teilnehmenden in Hautverjüngung, Narbenprävention und Wundheilung. In einer dort berichteten randomisierten, doppelblinden Studie nach Schilddrüsenoperation an 42 Patientinnen und Patienten sank der Vancouver-Narbenscore unter Polynukleotiden plus fraktioniertem Laser von 6,05 auf 2,09 nach 16 Wochen, gegenüber 6,25 auf 4,01 mit Laser und Kochsalzlösung; Pigmentierung und Gefäßzeichnung verbesserten sich signifikant.

Im Vergleich mit einem Skinbooster unter dem Auge berichtet eine Übersichtsarbeit (Khan RS et al., J Clin Med, 2026) von einer randomisierten, doppelblinden Split-Face-Studie an 27 Personen: Polynukleotide gegen nicht vernetzte Hyaluronsäure. Die objektiven Messungen – Elastizität, Feuchtigkeit, Rauigkeit, Porenvolumen – fielen zugunsten der Polynukleotid-Seite aus, mit häufig länger anhaltender Verbesserung. Dieselbe Arbeit positioniert die beiden als Ergänzung: Hyaluronsäure für Volumen und Struktur, Polynukleotide für dünne oder zu Schwellung neigende Haut der Augenregion.

Für Profhilo hat sich ein festes Schema etabliert: zwei Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen, jeweils an fünf definierten Punkten pro Gesichtsseite, danach Erhaltung in größeren Abständen. Die Festigkeit nimmt typischerweise in den Wochen nach der zweiten Sitzung zu, weil sie von der Kollagenbildung abhängt.

Wie Dr. Thiago Perfeito die Indikation stellt

Das Kriterium passt in einen einfachen Test: Man hebt die Haut über dem Jochbein zwischen zwei Fingern an und beobachtet, wie schnell sie zurückfedert.

  • Federt schnell zurück, wirkt aber matt, trocken, körnig: Das Problem ist das Wasserreservoir der Dermis. Hier ist der Skinbooster der direkteste Weg – besonders an Augenpartie, Hals, Dekolleté und Handrücken, wo dünne Haut Trockenheit früh verrät.
  • Federt langsam zurück, das Gewebe „bleibt in der Hand“: Das ist kein Feuchtigkeits-, sondern ein Matrixproblem. Ein Skinbooster bringt hier einige Wochen Glanz, aber keine strukturelle Veränderung. Gefragt ist ein Ansatz, der auf Festigkeit zielt – in der Praxis von Dr. Thiago Perfeito vor allem Kollagen-Biostimulatoren und Energiegeräte.
  • Dünne, krepige Haut, feine Linien, Neigung zu Schwellung unter dem Auge oder Narben: Hier sind Polynukleotide bzw. PDRN die Kategorie mit der passendsten Datenlage.

Bei Frauen zwischen 45 und 60 treffen oft zwei Defizite zusammen: Der Östrogenabfall der Peri- und Postmenopause reduziert sowohl die Wasserbindung als auch die Kollagenbildung. Dann wird kombiniert, und die Reihenfolge wird geplant statt dem Zufall überlassen. Wo die Klage eigentlich Volumen ist – flaches Jochbein, tiefe Falte –, ist keines der drei die Antwort; das ist das Gebiet von Filler oder Biostimulator, und das gehört in die erste Konsultation.

Gegenanzeigen, die für alle drei gelten: aktive Infektion oder Entzündung im Behandlungsareal, Schwangerschaft und Stillzeit, bekannte Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil. Gerinnungshemmer erhöhen das Risiko blauer Flecken und gehören in die Anamnese. PMMA, flüssiges Silikon oder Biopolymere im Areal ändern die Planung grundsätzlich.

Für Ärztinnen, Ärzte und Injektoren

Drei Punkte entscheiden in dieser Kategorie über die Zufriedenheit:

  1. Die Erwartung des Fillers korrigieren. Die häufigste Enttäuschung entsteht bei Patientinnen, die am selben Tag ein „aufgefülltes“ Gesicht erwarten. Keines der drei Verfahren gibt Volumen. Wer das zu Beginn klar sagt, hat zufriedene Patientinnen; wer es verschweigt, erntet nach dem zweiten Monat Rückfragen.
  2. Kategorie ist nicht Produkt. Weil „Skinbooster“ eine Kategorie ist, steht das Wort oft im Angebot, ohne dass geklärt ist, was in der Spritze ist. Präparate derselben Kategorie unterscheiden sich in Konzentration, Rheologie, Volumen pro Sitzung und Zahl der Sitzungen. Bei Polynukleotiden kommt hinzu, dass die exakte Kettenlänge kommerzieller PN-Gele meist nicht deklariert wird. Name, Hersteller und Registrierung des konkreten Präparats gehören in jede Dokumentation – registriert ist immer ein Produkt, nie eine Klasse.
  3. Polynukleotide als Baustein, nicht als Solist. In den Studien werden 1,0 mL eines Polynukleotids mit 20 mg/mL pro Areal über feine 30G- bis 34G-Nadeln verabreicht, meist im Abstand von zwei Wochen. Untersucht wurden sie überwiegend in Kombination – mit fraktioniertem Laser bei Narben, mit Microneedling im Gesicht. Unter dem Auge beschreibt die Übersicht von Khan et al. ein Priming mit zwei bis vier Polynukleotid-Sitzungen vor einem Filler, bei dem die Hyaluronsäure mit höchstens 0,5 mL pro Auge und nach Stützung des Mittelgesichts dosiert wird.

Zur Reihenfolge im Jahresplan: Bei trockener und zugleich erschlaffter Haut beginnt man häufig mit der Hautqualität und ergänzt dann Energiegeräte; die Matrix reagiert auf thermische Reize oft besser, wenn sie bereits rehydriert ist. Wie Dr. Thiago Perfeito die Erschlaffung selbst behandelt, beschreibt die Seite beste Behandlung erschlaffter Gesichtshaut; zur Abgrenzung von den Biostimulatoren: Hyaluron-Filler oder Biostimulator.

Sitzungen, Wirkdauer und Kosten

Keines der drei Verfahren verändert das Gesicht beim Verlassen der Praxis – das ist eine Eigenschaft des Mechanismus, kein Mangel. Die Hydratation des Skinboosters wird in den ersten Wochen sichtbar; die Bioremodellierung und die regenerative Wirkung der Polynukleotide bauen sich über Wochen bis Monate auf. Sonnenexposition, Rauchen, Schlaf und Flüssigkeitszufuhr beeinflussen bei allen drei, wie lange das Ergebnis hält; eine geplante Erhaltungsbehandlung gehört zum Konzept.

Zu den Kosten: Skinbooster und PDRN werden in Brasília nach der Untersuchung individuell kalkuliert, weil Präparat, Fläche und Zahl der Sitzungen den Betrag bestimmen. Profhilo gehört nicht zum Sortiment der Praxis, deshalb wird dafür kein Preis genannt. Ein Angebot deutlich unter dem Marktniveau ist ein Warnsignal – etwa für Verdünnung über die Herstellerempfehlung hinaus, auf mehrere Patientinnen aufgeteilte Fläschchen oder fehlende Erfahrung der behandelnden Hand. Vor jedem Vergleich lohnt es sich, vier Dinge schriftlich zu erfragen: Handelsname, Hersteller, Zahl der Spritzen pro Sitzung und Zahl der Sitzungen.

Dr. Thiago Perfeito (CRM-DF 23199) ist Arzt für ästhetische und regenerative Medizin in der Klinik INTI in Lago Sul, Brasília. Die Konsultation wird auf Englisch oder Portugiesisch geführt.

Häufige Fragen

  • Sind Profhilo und Skinbooster dasselbe?

    Nein. Beide bestehen aus Hyaluronsäure, aber Profhilo ist ein bestimmtes Produkt – ein Hybridkomplex aus hoch- und niedermolekularer Hyaluronsäure, der sich von wenigen Punkten aus verteilt und auf Festigkeit zielt. „Skinbooster“ ist eine Kategorie von flüssigen oder leicht vernetzten Hyaluronsäuren, die in vielen Mikrodepots vor allem Feuchtigkeit, Textur und Leuchtkraft verbessern.

  • Was ist der Unterschied zwischen PDRN und Polynukleotiden?

    Die Kettenlänge. Beide sind gereinigte DNA-Fragmente aus demselben Ausgangsmaterial. Eine Übersichtsarbeit von 2025 schlägt eine Grenze bei 1500 kDa vor: darunter PDRN, darüber Polynukleotid. Längere Ketten binden mehr Wasser und werden langsamer abgebaut.

  • Ist Rejuran dasselbe wie PDRN?

    Rejuran ist ein koreanisches Handelsprodukt der Kategorie Polynukleotide/PDRN, keine eigene Behandlungsklasse. In den Studien der Übersichtsarbeit von 2025 wurde es in zwei Untersuchungen verwendet. Entscheidend ist, dass für das konkrete Präparat Molekulargewicht, Konzentration und Registrierung deklariert sind.

  • Welcher Skinbooster wird bei Dr. Thiago Perfeito verwendet?

    SKINVIVE von Allergan Aesthetics (AbbVie). Laut Hersteller hält die Wirkung bis zu neun Monate nach einer Sitzung, mit optionaler Auffrischung am 30. Tag. Profhilo gehört nicht zum Sortiment der Praxis; PDRN wird angeboten.

  • Was kostet ein Skinbooster oder PDRN in Brasília?

    Der Betrag wird nach der Untersuchung festgelegt, weil Präparat, behandelte Fläche und Zahl der Sitzungen ihn bestimmen. Preise werden in brasilianischen Real genannt und nicht in andere Währungen umgerechnet. Ein Preis weit unter dem Marktniveau ist ein Warnsignal für Verdünnung oder aufgeteilte Fläschchen.

  • Ersetzen diese Behandlungen einen Filler oder ein Lifting?

    Nein. Keines der drei Verfahren gibt Volumen oder repositioniert abgesunkenes Gewebe. Eine flache Wangenpartie oder eine tiefe Falte sind Indikationen für Filler oder Biostimulator, deutliche Erschlaffung für Energiegeräte, Fäden oder eine chirurgische Beurteilung.

  • Findet die Konsultation auf Deutsch statt? Wie buche ich aus dem Ausland?

    Die Konsultation wird auf Englisch oder Portugiesisch geführt, nicht auf Deutsch. Termine vereinbaren Sie per WhatsApp unter +55 61 99667-0808. Da Polynukleotide meist mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen brauchen, lohnt es sich, den Aufenthalt nach dem Behandlungsplan auszurichten.

Feuchtigkeit, Festigkeit oder Regeneration?

Dr. Thiago Perfeito untersucht, was Ihrer Haut tatsächlich fehlt, und wählt die passende Kategorie oder Abfolge. Die Konsultation findet auf Englisch oder Portugiesisch statt.